Fragwürdige Haltung zum Kreisschulverband Aarau-Buchs

Aargauer Zeitung, 01.12.16
Mit Erstaunen habe ich festgestellt: Die Schule Aarau wirbt prominent auf ihrer Website für die Ablehnung des Kreisschulverbandes mit Buchs. Es wird auf eine Stellungnahme der Schulpflege Aarau verwiesen. Darin wurden drei Argumente gegen den Schulverband formuliert: mangelnde Ressourcen, mangelnde Finanzen und keine zwingende Notwendigkeit. Alle Argumente sind totale Fehleinschätzungen.
Erstens bindet die Eingliederung der Schülerinnen aus Aarau Rohr für die Schule Aarau grosse Ressourcen, nicht umgekehrt. Die Kreisschule Aarau-Buchs bringt der Schulpflege Aarau nur die Aufgabe, die Schule Aarau geordnet dem neuen Kreisschulverband zu übergeben. Die Zusammenführung der unterschiedlichen Schulkulturen obliegt der neuen Schulpflege und Schulleitung. Die jetzigen Oberstufenstandorte können weitergeführt werden. Beim Alleingang jedoch müsste die Stadt Aarau zwingend zusätzlichen Schulraum schaffen für die Oberstufenschüler aus Aarau Rohr.
Das führt – um auf das zweite Argument zurückzukommen – zu Mehrkosten im Vergleich zum Modell eines Schulverbandes. Mit der Kreisschule Aarau-Buchs können die Oberstufenschüler von Aarau Rohr weiterhin in der Suhrenmatte unterrichtet werden und die Schulrauminvestitionen der beiden Gemeinden werden mit den Schulraummieten gemeinsam getragen. Drittens ist das Funktionieren der Schule Aarau kein Argument für die fehlende Notwendigkeit eines Schulverbands. Wenn Aarau die zusätzlichen Oberstufenschüler aus Aarau Rohr und aus anderen Ortschaften tragen muss, dürfen die Aarauer tief ins Portemonnaie greifen. Dies ist in Anbetracht des gemäss Regierungsrat ab 2017/18 offiziell gefährdeten Oberstufenstandortes Küttigen und der knappen Ausgangslage beim alleinigen Oberstufenstandort Buchs nicht auszuschliessen. Die Notwendigkeit eines gemeinsamen Schulverbandes liegt auf der Hand. Der neue Schulverband tangiert die Unterrichtsqualität nicht. Es werden einzig die nötigen Strukturen geschaffen, damit Aarau und Buchs ohne grosse Umwälzungen und ohne Eingriffe des Kantons die Schule gemeinsam weiterentwickeln können.

Dimitri Spiess, Kreisschulrat, Buchs

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